Unterschied zwischen Unverträglichkeit und Allergie beim Hund – eine wissenschaftliche Erklärung
Wenn es um die Gesundheit unserer Hunde geht, stoßen wir oft auf Begriffe wie „Unverträglichkeit“ und „Allergie“. Obwohl sie ähnlich erscheinen, unterscheiden sie sich deutlich in Ursache, Symptomen und Behandlung.
Was ist eine Unverträglichkeit?
Eine Unverträglichkeit beim Hund ist eine Reaktion des Verdauungstrakts auf bestimmte Nahrungsmittel oder Substanzen. Sie ist oft auch auf eine eingeschränkte Fähigkeit des Körpers zurückzuführen, bestimmte Inhaltsstoffe zu verdauen.
Studienbeispiel:
Laut einer Studie von Kienzle et al. (2010) zeigt sich, dass Hunde mit Laktoseintoleranz (einer häufigen Unverträglichkeit) nach dem Verzehr von Milchprodukten Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Blähungen entwickeln. Diese Reaktion ist jedoch nicht immunologisch bedingt, sondern resultiert aus einem Mangel an Enzymen (z.B. Laktase).
Was ist eine Allergie?
Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen, sogenannte Allergene. Bei Hunden können Allergene in Lebensmitteln, wie z.B. Getreide oder auch Proteinbestandteile, eine allergische Reaktion auslösen.
Studienbeispiel:
Eine Studie von Valtolina et al. (2018) zeigt, dass bei allergischen Reaktionen im Hund das Immunsystem spezifische Antikörper gegen bestimmte Nahrungsbestandteile bildet. Symptome sind oft juckende Haut, Ohrenentzündungen, Haarausfall und Magen-Darm-Beschwerden.
Hauptunterschiede im Überblick:
| Merkmal | Unverträglichkeit | Allergie |
| Ursache | Verdauungsprobleme, Enzymmangel | Immunreaktion auf Allergene |
| Symptome | Verdauungsstörungen, Blähungen | Juckreiz, Hautprobleme, Magen-Darm-Beschwerden |
| Immunbeteiligung | Nein | Ja |
| Behandlung | Vermeidung bestimmter Lebensmittel | Eliminationsdiät, allergenfreie Ernährung, Spezialfutter, Medikamente gegen Juckreiz |
Zusammemfassung:
Während Unverträglichkeiten meist auf Verdauungsprobleme und Enzymmangel zurückzuführen sind, handelt es sich bei Allergien um eine immunologische Reaktion des Körpers. Beide können ähnliche Symptome zeigen, unterscheiden sich jedoch in ihrer Ursache und Behandlung.
Unter Lebensmittelintoleranz versteht man jede anormale physiologische Reaktion auf ein Lebensmittel oder einen Lebensmittelzusatzstoff. Man geht davon aus, dass sie nicht immunologischer Natur ist. Dazu gehören z.B. Durchfälle, Stoffwechselreaktionen, Bauchschmerzen und Fehlbesiedelungen bei den Darmbakterien. Lebensmittelunverträglichkeitsreaktionen sind variabel, oft dosisabhängig und können in jedem Alter auftreten. Manchmal dauert es mehrere Stunden, es kann aber auch Tage nach dem Verzehr des betreffenden Lebensmittels zu Symptomen kommen. Diese können Stunden oder Tage anhalten. Nicht-immunologische Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen bei Hunden wahrscheinlich häufiger vor als eine echte Allergie gegen Nahrungsmittel.
Eine echte Allergie ist deutlich aufwändiger zu behandeln. Manchmal kann die genaue Ursache nicht gefunden werden, da, wenn eine Allergie vorhanden ist, oft auch noch weitere dazu kommen.
Wichtig ist also, schon im Welpenalter darauf zu achten, dass der noch junge Darm, der seine Darmflora noch nicht richtig ausgebildet hat, nicht überfordert wird. Diese Überforderung kann durch das dauernde Wechseln von Proteinquellen und auch durch die Fütterung von hochverarbeiteten Futtermitteln entstehen. Hierzu können Sie auch folgenden Artikel https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/biologie/trockenfutter-fuer-junge-hunde-weniger-gut-geeignet-13377105 lesen.
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