Die Neosporose ist eine Infektionskrankheit. Obwohl sie in der Öffentlichkeit oft wenig Beachtung findet, stellt sie eine ernste Bedrohung dar. In diesem Blogbeitrag werden wir uns genauer mit der Neosporose befassen, ihre Ursachen, Symptome und Präventionsmaßnahmen betrachten.

Was ist Neosporose?
Bei Neospora Caninum handelt es sich um einen einzelligen Parasiten. Er besteht zwar, wie ein
Bakterium, nur aus einer einzelnen Zelle, ist aber wesentlich komplizierter aufgebaut und etwas größer als
diese.

  • Der Parasit benötigt zwei Wirte, nämlich End- und Zwischenwirt, für seine Verbreitung.

Die Neosporose betrifft in erster Linie Rinder und Hunde.

Ursachen und Verbreitung:
Für den Erstbefall eines erwachsenen Hundes mit dem Parasiten Neospora ist erforderlich,
dass der Hund rohes, parasitenbefallenes Gewebe (Muskulatur, Organe, oder Nachgeburten)
eines Zwischenwirtes frisst oder kontaminiertes Wasser aufnimmt. Infizierte Hunde können den Parasiten über ihre Ausscheidungen verbreiten, wodurch eine zusätzliche Ansteckungsgefahr besteht. In Deutschland sind geschätzt 10% der Hunde Parasitenträger.

Der größte Teil der Parasiten wird durch befallene Kühe an ihre Kälber weitergegeben, die nicht immer versterben und dann ihrerseits die Parasiten weiter verbreiten.

Interessanterweise konnte auch bei Fehlgeburten bei Rotwild der Parasit nachgewiesen werden. Ob sich hier die Übertragung wie bei Kühen abspielt, ist noch nicht erwiesen.

Symptome:
Die Neosporose kann bei Rindern zu fetalen Verlusten, Fehlgeburten und Fruchtbarkeitsproblemen führen.

Bei Hunden kommt es selten zu Entzündungen im Gehirn mit Ausfallerscheinungen wie Stolpern, Zittern und manchmal auch Fieber.

Prävention und Behandlung:
Die Vorbeugung der Neosporose ist von großer Bedeutung, insbesondere in der Landwirtschaft. Dies kann durch Maßnahmen wie die Verhinderung von Kontakt zwischen Rindern und Hunden, die regelmäßige Reinigung von Wasserquellen und die Vermeidung des Verzehrs von rohem oder verdorbenem Fleisch erreicht werden.

Kommt es zu einem seuchenhaften Verlauf der Aborte innerhalb kürzester Zeit, deutet es eher auf eine Infektion durch Hundekot hin. Bei immer wieder auftretenden Abortfällen über einen längeren Zeitraum, ist dies mehr ein Indiz auf eine Infektion im Mutterleib. Aber auch Zukaufstiere können den Erreger in den Stall bringen.

Besonders für Hofhunde gilt (hier wurden die meisten Fälle nachgewiesen): Kein Verfüttern von
Gebärmuttern und Schlachtabfällen!

Für Jagdhunde wird empfohlen, dass sie, genau wie Hofhunde, keine Nachgeburten usw. fressen und nicht an den Futterplätzen des Rotwilds koten, obwohl eine Aufnahme durch das Rotwild im Gras kaum vorstellbar ist.

Es gibt derzeit keine spezifische medizinische Behandlung gegen die Neosporose.

Fazit:
Neospora ist ein Parasit, keinesfalls jedoch nur „Hunde-Parasit“ ! Alleinige Maßnahmen gegen „Nicht-Hofhunde“ (Freizeithunde etc.) als Endwirte nützen bei der Bekämpfung der Rinder-Neosporose nur wenig.

Trotzdem, sollte man, um die Gefahr der „Rückübertragung“ von Neospora auf das Rind zu verringern, den Kotabsatz des „Hundes“ in Futterwiesen am besten ganz unterbinden.