Gemeinsam on Tour

Mehrhundehaltung: Immer mehr Hundebesitzer haben mehr als einen Hund. Viele Bücher widmen sich diesem Thema und versuchen, den Haltern bei auftretenden Problemen weiter zu helfen.

Wie kommt es denn eigentlich, dass sich viele für mehr als einen Hund entscheiden?

Bestimmt gibt es für jeden einen ganz persönlichen Grund.

Zum einen ist es wohl das „gute Herz“. Wie sagt man so schön: „Wo einer satt wird, reicht es auch noch für einen zweiten.“ Oder auch: „Ein Fresser mehr oder weniger….“. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, es ist sehr lobenswert, wenn man einem Vierbeiner die Chance auf ein gutes Leben gibt. Hier muss man wohl nur aufpassen, dass man auch mal „Nein“ sagen kann, damit das Rudel nicht unkontrolliert wächst. Wichtig ist, dass man allen Hunden gerecht werden kann. Und das ist nicht immer einfach.

Dann gibt es die Sportler unter den Hundebesitzern oder auch Diensthundehalter und  Hunde im Rettungsdienst. Hier ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich einen Nachwuchshund zu holen, damit der älter werdende Vierbeiner nicht mehr so belastet wird. Es wäre aber schön, wenn der Ältere dann nicht aufs „Abstellgleis“ geschoben wird.

Vorteile bei der Haltung von mehreren Hunden:

Voraussetzung ist, dass das Rudel funktioniert, d.h., dass die Hunde untereinander gut auskommen. Hier ist der Hundehalter gefordert. Neuankömmlinge müssen die Chance haben, sich ihren Platz zu suchen. Das geht um so leichter, wenn der Besitzer führend eingreift. Die meisten Hunde sind mit: „Das machen die schon unter sich aus!“ überfordert. Ein souveräner Althund ist hilfreich, da er dem jüngeren die Regeln im Haushalt klar machen kann. Auf der anderen Seite darf der „Neue“ nicht durch sein Verhalten zum Stressfaktor für den Älteren werden. Ausgleichende Führung durch den Menschen ist hier gefragt.

Auf der anderen Seite ist es wunderschön zu sehen, wie die Vierbeiner untereinander kommunizieren, spielen und gemeinsam auch mal „Blödsinn“ machen. Vorsicht bei mehr als zwei Hunden! Manches Mal verliert man als Mensch hier den Überblick und die Bedürfnisse des einzelnen Individuums gehen unter. Hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Auch muss man sich überlegen, ob man mehr als zwei Hunde auch noch an der Leine halten kann, wenn eine Katze vorbei flitzt. Bei z.B. drei Rhodesian Ridgebacks kann das für eine 60kg-Frau ein echtes Problem sein.

Für den Hund ist es artgerecht, wenn er in einem Rudel lebt und nicht nur ein menschliches Ersatzrudel hat. Die Interaktionen zwischen den Vierbeinern sind für den Hundehalter hochinteressant. Viele Tiere sind im Rudel auch deutlich ausgeglichener, da sie die Chance haben, durch Spiel mit den Artgenossen überschießende Energien abzubauen.

Kommen wir zu den Nachteilen:

Als ersten Punkt darf man die höheren Kosten nicht unterschätzen. Tierarzt, Versicherungen, Futter und Zubehör verdoppeln sich. Und das für viele Jahre! Zwei oder mehr Hunde brauchen auch mehr Platz. Die Wohnsituation sollte entsprechend sein. Im Urlaub benötigt man eine Unterkunft, die mehr als einen Hund akzeptiert. Das wird zwar immer einfacher, ist aber immer noch nicht überall möglich. Nimmt man die Tiere nicht mit in die Ferien, benötigt man für sie einen Pflegeplatz. Das ist bei mehreren Hunden auch etwas schwieriger oder entsprechend teuer.

Vergessen darf man auch nicht, dass man mit mehreren Hunden eher auf Erziehungsprobleme stoßen kann, als mit einem. Wer sich also schon beim ersten Vierbeiner schwer tut, wird es mit Zweien auch nicht leichter haben.

Trotz allen Bedenken ist die Haltung von mehreren Hunde etwas sehr Schönes. Wenn man sich der genannten Aspekte bewusst ist, wird man die Herausforderungen gerne meistern und die faszinierenden Momente mit den Tieren genießen.

Wer, aus welchen Gründen auch immer, „nur“ einen Hund hält, muss kein schlechtes Gewissen haben oder traurig sein. Viele Vierbeiner finden es toll, wenn sie die Zuneigung des Frauchens/Herrchens nicht teilen müssen.