Viele Hundebesitzer haben von der Erkrankung schon gehört. Besonders wenn man sich einen Retriever oder Rottweiler anschaffen möchte, ist diese Gelenkproblematik in aller Munde.

Was ist ED?

Man unterscheidet: OCD, FPC und IPA.

Bei OCD hat man eine Knorpel-Knochen-Erkrankung, die auch auf zu reichhaltiges Futter, besonders auf zu viel Calcium, zurückgeführt werden kann.

FPC bedeutet, dass der innere Kronenfortsatz gebrochen ist.

Bei IPA ist der Krümmungsfortsatz des Ellenbogenhöckers lose.

Wie viel Einfluss hat man auf ED und wo kommt sie her?

Beim Kauf eines Welpen sollte man darauf achten, dass die Eltern frei von ED sind. Das gilt für alle gefährdeten Rassen: Rottweiler, Labrador, Golden Retriever, Berner Senner, Bernhardiner, Dt. Schäferhund und Chow Chow. Natürlich kann eine ED auch bei anderen Rassen mal vorkommen, nur halt nicht so häufig.

Trotzdem kann einem die Genetik ein Schnippchen schlagen und der Hund entwickelt trotz aller Vorsicht eine ED.

Auch die Fütterung wird immer wieder einmal angesprochen. Hier sind alle, die ihre Welpen mit  frischen Produkten großziehen, auf der besseren Seite. Wichig ist, dass der Hund sehr, sehr schlank ist. Übergewicht ist Gift für den noch wachsenden weichen Knochen. Bei der Kalziumgabe reicht es vollkommen aus, wenn man das Doppelte der Menge gibt, die ein erwachsener Hund bekommen würde.

Das Überangebot an Calcium kommt eigentlich nur vor, wenn zu einem kalziumhaltigen Futter noch Welpenkalk ins Fressen gemischt wird. Damit wird dann der ganze Mineralstoffhaushalt verschoben.

Dann gibt es noch die Meinung, dass Treppensteigen, Fahrradfahren und zu lange Spaziergänge im Junghundalter zu einer ED führen können.

Sicher ist es wichtig, einen jungen Hund nicht zu überanstrengen. Er sollte nicht mehr Bewegung bekommen, als er einfordert. Beim Spielen muss man als Besitzer auch schon mal sagen: „Nun ist es aber gut!“ Aber, dass der Hund ein ganzes Jahr lang die Treppe hoch geschleppt wird,  dass er nie eine längere Wanderung mitmachen darf und dass das Fahrrad absolut tabu ist, ist auch nicht richtig. Mit Maßen, dem Alter und dem Wachstum angepasst, kann der Vierbeiner alles das auch tun. Wir sollten ihn dabei nur beobachten. Macht er auf dem ersten Treppenabsatz halt, dann braucht er eine Pause oder wird den Rest getragen. Legt er sich bei Spaziergang hin, dann ist es ihm zu viel. Ein Picknick mit Mittagsschläfchen ist angesagt. Beim Radfahren sollten es am Anfang keine 20km sein und der harte Boden auf der Straße, ist für die weichen Knochen auch nicht ideal.

Aber ohne Bewegung, mit viel Schonung, kann er keine Muskeln entwickeln und das ist das Schlimmste, was passieren kann. Gut ausgebildete Muskeln können sogar ein schlechtes Gelenk so in Form halten, dass die Lebensqualität nicht eingeschränkt wird.

Was tun, wenn es trotz aller Vorsicht zu einer ED kommt?

Gute Frage! Da hat wohl jeder so seine eigenen Erfahrungen. Wir sind mittlerweile der Meinung, dass eine OP nur nötig ist, wenn freie Knorpel- oder Knochenteile im Gelenk herumschwimmen. Das ist dann nämlich, als ob man einen Stein im Schuh hättte. Ansonsten sollte man es sich gut überlegen, ob man einen Eingriff ins Gelenk vornimmt.

Das Gelenk vergisst nie!

Gute Erfahrung haben wir mit Gold-Implantation (nicht Gold-Akupunktur) gemacht. Auch die Gabe von BoneKare kann die Lebensqualität steigern.

Wichtig ist, dass der Hund in Bewegung bleibt, die Muskeln gestärkt werden und das Gelenk gut durchblutet wird.

Hier muss man ganz individuell auf jeden Fall einzeln eingehen.