Knochenfütterung

Knochen schmecken gut

Eine der am häufigsten gestellten Fragen bei unserer Ernährungsberatung ist: Soll ich Knochen füttern oder lieber nicht?

Die Ängste, die hinter dieser Frage stecken, sind nicht ganz unbegründet. Knochen können eine ganze Reihe von Problemen verursachen:

  1. Zähne können abbrechen.
  2. Die Hunde können besonders bei Markknochen mit dem Unterkiefer steckenbleiben.
  3. Knochen können in Speise- und Luftröhre, Magenausgang und Darm feststecken.
  4. Es kann bei zu großen Mengen zu Knochenkot kommen.
  5. Knochensplitter können zu Verletzungen im Verdauungstrakt führen.

Auf der anderen Seite gibt es genauso viele nicht zu verachtende Vorteile von Knochen:

  1. Zähne werden durch langes Kauen gereinigt.
  2. Kalzium wird dem Körper zugeführt.
  3. Knochen enthalten noch andere Mineralstoffe und Spurenelemente, die für den Körper wichtig sind.
  4. Vielen Hunde hilft intensives Kauen beim Stressabbau.
  5. Knochenkauen ist eine gute Beschäftigung, auch Junghunde besonders im Zahnwechsel sind begeisterte Knabberer.

Nun ist guter Rat teuer. Einerseits möchte man kein Gesundheitsrisiko eingehen, auf der anderen Seite will man seinem Hund die Freude am Kauen nicht nehmen und gesund sind Knochen ja auch, wenn man sich an vernünftige Mengen hält (ca. 15% der Gesamtfleischmenge).

Das wichtigste Kriterium ist unserer Meinung nach, dass Knochen roh (gekochte Knochen splittern) und wirklich fleischige Knochen sein sollten. Das heißt, eine ausreichende Menge Fleisch sollte dem Knochen noch anhaften. Das ist z. B. bei Hälsen von Hähnchen, Enten, Gänsen und Puten gegeben. Diese eignen sich je nach Hundegröße sehr gut zur Fütterung. Hier gibt es auch seltener Probleme, wenn Stücke abgeschluckt werden.

Ein zweite wichtige Möglichkeit um Komplikationen zu vermeiden, ist die Knochenfütterung nach dem Fressen. Ist der Magen schon gefüllt (besonders mit Fleisch) können die Knochen gut mit verdaut werden. Auch eventuell etwas schärfere Ecken und Kanten verschwinden so im Speisebrei.

Eine Alternative ist die Verfütterung von frischen Knorpeln (Kalbsbrustbein besteht z.B zum größten Teil aus Knorpel). Diese werden gut verdaut und führen erfahrungsgemäß kaum zu Schwierigkeiten.

Haben Sie aber einen Hund, der aus gesundheitlichen Gründen keine Knochen fressen kann oder Sie haben zu viel Bedenken, ist es sinnvoll diese durch Eierschalenpulver oder Kalziumcitrat zu ersetzen. Damit kann die Versorgung mit Kalzium sicher gestellt werden. Andere Mineralien können mit  Futterzusätzen ergänzt werden.

Bleibt noch die Frage nach der Zahnreinigung. Es gibt viele Kauartikel, beginnend mit getrockneter Rinderkopfhaut bis hin zu Torgawurzeln und Geweihen, die auf dem Markt angeboten werden. Leider kann man hier nur individuell herausfinden, was dem eigenen Vierbeiner schmeckt bzw. gut tut. Außerdem sind diese auch nicht ganz frei von allen Gefahren.

Bei der Fütterung von Kauartikeln oder Knochen kommt es auch darauf an, wie viele Hunde man hat. Wo ein einzelner Hund den ganzen Nachmittag an einem Riesenknochen jede Faser, jede Sehne oder jedes noch so kleine Fleischstückchen abknabbert, wird bei mehreren Hunden der Futterneid so groß sein, dass jeder seinen Knochen so schnell wie möglich verschlingen möchte. Es ist nur vernünftig, an diese Möglichkeit zu denken und seine Hunde gut zu beobachten.

Wir würden uns an dieser Stelle über einen regen Erfahrungsaustausch riesig freuen. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen bei der Entscheidung „Knochen füttern oder nicht“.