Das hört sich schon komisch an! Da haben Forscher festgestellt, dass sich Hunde (egal ob Rüde oder Hündin) in Richtung Norden oder Süden ausrichten, wenn sie pinkeln oder koten. Am besten funktionierte das nachts, wenn wenig Ablenkung da war.

Warum war das für die Wissenschaftler interessant?

In welche Richtung der Hund sich erleichtert, kann eigentlich allen egal sein. Es ging eher darum, ob sich Hunde, genauso wie viele andere Tiere (z.B. Vögel) am Magnetfeld der Erde orientieren. Das würde auch erklären, warum es immer wieder einmal zu Fällen kommt, wo die Vierbeiner über hunderte von Kilometern nach Hause zurück finden.

Wie ist also nun der Stand der Forschung?

Man hat also festgestellt, dass die Hunde die Ost-West-Richtung sogar vermeiden. Was bringt es für das Tier nun für einen Nutzen, wenn es weiß, wo Norden oder Süden ist? Das bleibt bis jetzt immer noch rästelhaft. (Hart et al. 2013b). Angenommen wird, dass der Hund eine Karte im Kopf hat, die viel einfacher zu lesen ist, wenn sie Richtung Norden oder Süden ausgerichtet ist. Jeder der einen Karte/Kompass-Kurs gemacht hat, weiß, dass sich die Orientierung deutlich vereinfacht, wenn man die Karte „einnordet“.

Auf jeden Fall ist mit diesem Versuch bewiesen, dass Hunde wohl über sogenannte Magnetorezeptoren verfügen. Beim Fuchs vermutet man (Cerveny et al. 2011), dass er anhand des Magnetfelds Distanzen misst, weil man festgestellt hat, dass der Jagderfolg in hohem Gras oder bei geschlossener Schneedecke deutlich höher ist, wenn er Richtung Norden oder Nordosten springt. Er würde also das Magnetfeld in Form von visuellen Mustern von Lichtintensität und Farbe sehen.

Vielleicht können Hunde das auch. Es beweist auf jeden Fall wieder einmal, dass in unseren geliebten Vierbeinern noch viel mehr steckt, als wir bisher wissen.

(Quelle: Dissertation Julia Weisse, Uni Duisburg-Essen)