Am letzten Wochenende waren wir wieder einmal auf einer Messe, die auch eine Hundeausstellung beinhaltet.

Warum stellen Hundebesitzer ihre Vierbeiner auf so einer Show aus?

Der erste Grund ist der Wunsch, mit dem eigenen Hund zu züchten. Möchte man offiziell unter dem Dach des VDH züchten, muss man seinen Vierbeiner von Zuchtrichtern beurteilen lassen.

Das macht auf der einen Seite Sinn. Ohne die Kontrollen hätten wir keine Rassestandards, die es möglich machen, dass alle Hunde einer Rasse sehr ähnlich aussehen.

Das birgt auf der anderen Seite eine große Gefahr:

Bei der Beurteilung steht das Äußere im Vordergrund. Ob der Hund gesund und leistungsfähig ist, wird kaum beachtet. Wirkliche Gesundheitschecks führt seit 2012 nur der britische Kennel Club durch. Leider aber nur bei 15 Rassen. Außerdem kommt es oft vor, dass sogenannte Champions sehr viele Nachkommen zeugen, auch wenn sie an einer unerkannten Erkrankung leiden. Diese Gefahr könnte doch unabhängige Gesundheitschecks verkleinert werden.

Außerdem kommt es immer wieder zu Modeerscheinungen in der Hundezucht. Gerade das „Kindchenschema“ bei Chihuahua, Mops usw. beinhaltet große Risiken. Letztes Jahr hat die Bundestierärztekammer darauf hingewiesen, dass die züchterische Deformation des Hundeschädels auf keinen Fall „goldig“ ist. Treibt man es zu weit, können die Hunde extrem leiden. Auch wurde empfohlen, mit diesen Rassen nicht auf Plakaten oder im Fernsehen zu werben. Das letzte was diese Hunde brauchen, ist eine neue Mode.

Niemand möchte die genannten Rassen verteufeln. Auch sie gehören zum kulturellen Erbe. Sie haben Charaktere, die sehr liebenswert sind. Gerade deswegen wünschen wir uns alle, dass die Züchter verantwortungsvoll züchten und zum Beispiel eine Nase noch eine Nase sein lassen.

Gerade hier könnten Zuchtrichter eingreifen!

Passiert das? Wir befürchten, leider nicht! Es wäre sehr wichtig, dass der VDH und der FCI handeln. Bis jetzt hat es nur in Großbritannien ein kleines Umdenken gegeben. Aber auch das ist noch viel zu wenig.