Am 09.12.17 hat Martin Rütter in seiner Sendung „Der Hundeprofi unterwegs“ einem Mann, der panische Angst vor Hunden hatte, geholfen (gemeinsam mit Psychotherapeuten), sich von seiner Angst zu befreien. Es war ein tolles Beispiel dafür, was alles möglich ist.

In dieser Sendung sagte Martin Rütter, dass die Hunde auf die Angst des Gegenübers nicht reagieren.

Das machte mich stutzig: Ich dachte immer, dass Hunde sehr wohl wissen, in welcher Gemütslage sich Personen befinden.

Also habe ich nachgeforscht.

Und fündig geworden: Im Oktober 2017 haben Wissenschaftler aus Portugal und Italien Ergebnisse einer Studie zu diesem Thema veröffentlicht.

Sie konnten beweisen, dass Hunde auf Angstschweiß reagieren. Aufgeregte Hunde beruhigten sich bei dem Experiment, wenn sie den Geruchsstoff von fröhlichen Menschen oder den eines neutralen Stoffes rochen. Ließ man sie an Pads mit Angstschweiß schnubbern, blieb ihr Stresslevel unverändert hoch.

Offensichtlich konnten die Hunde den Unterschied sehr deutlich erkennen.

Wie der Vierbeiner nun wirklich auf den verängstigten Menschen reagiert, ist sehr stark vom Charakter abhängig. Die einen werden wohl selbst ängstlich werden, andere, selbstbewusste Hunde sind am wenigsten beeindruckt. Neigt ein Vierbeiner zu der Flucht nach vorne, könnte dies auch bei einer Begegnung mit einem zitternden Passenten passieren.

Nach tausenden von Jahren hat der beste Freund des Menschen nicht nur gelernt, unsere Gefühle zu erkennen, er kann sie auch riechen.

Beim Experiment von Martin Rütter und dem Canophobiker hatte der Ridgeback, der allein im Raum mit dem Probanten blieb, eher mehr mit seiner eigenen Verlassensangst zu tun, als sich um die Furcht des Mannes zu kümmern.