Massai im Wasser

Pankreatitis

Quelle: Meyer, Zentek Ernährung des Hundes

Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommt bei Hunden öfters vor als man denkt. Bei milden Verlaufsformen wird sie als solche manchmal gar nicht erkannt.

Aber wie kommt es überhaupt dazu?

  • Erster und wichtigster Punkt ist Übergewicht!
  • Es kann auch passieren, wenn Ihr Hund mal sehr viel Fett gefressen hat.
  • Aber auch Medikamente wie Kortison, Entzündungshemmer und Antibiotika stehen im Verdacht, eine Pankreatitis auslösen zu können.
  • Es gibt Hunderassen, die häufiger an Pankreatitis erkranken:
  1. Boxer
  2. Yorkshire Terrier
  3. Collie
  4. Cavalier King Charles Spaniel
  5. Zwergschnauzer
  6. Cockerspaniel
  • Hinzu kommen noch Zusammenhänge mit anderen Erkrankungen, wie z.B. Infektionen, Verletzungen, Hormonstörungen und Leberentzündungen.

Wann muss ich mir Gedanken über eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung machen?

Wenn der Hund:

  • Starkes Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Schwäche
  • Fieber
  • Hecheln
  • Herzrhythmusstörungen
  • Austrocknung
  • Gelbfärbung der Schleimhäute

zeigt.

Einzelne dieser Symptome kommen auch bei anderen Erkrankungen vor. Deswegen ist es sinnvoll, zum Tierarzt zu gehen, um genau abzuklären was los ist. Bei einer akuten Bauchspeichelentzündung ist der Hund sehr krank und hat starke Schmerzen.

Der Tierarzt kann anhand einer Blutuntersuchung und mittels Ultraschall feststellen, ob es wirklich an der Bauchspeicheldrüse liegt.

Meistens bekommt der kranke Vierbeiner dann Medikamente gegen das Erbrechen, damit er nicht noch mehr Flüssigkeit verliert. Auch Infusionen sind sinnvoll. Oft werden Schmerzmittel verabreicht, damit der Hund nicht noch mehr leidet.

Auf jeden Fall fastet das Tier erst einmal, um der Bauchspeicheldrüse eine Genesungsschance zu geben.

Danach kann ganz vorsichtig, in kleine Portionen, wieder mit einer Fütterung begonnen werden. Die Bauchspeicheldrüse mag in diesem Fall keine Stücke. Das heißt:

  1. eine milde Brühe
  2. sehr hochwertiges fein gewolftes Fleisch
  3. Gemüsesaft oder -mehl
  4. Fischöl
  5. Vitamin-Mineralstoffzusatz
  6. Eventuell Enzyme

Tja, und dann ist da noch der Streitpunkt: „Getreide“.

Viele Tierärzte und auch Heilpraktiker raten zu einem kohlenhydratreichen Futter ohne Fett. Frau Swanie Simon ist der Meinung, dass diese Fütterungsform gar nicht gut ist. Sie ist der Meinung, dass zu viel Kohlenhydrate für die Bauchspeicheldrüse sowieso schon nicht gesund sind.

Die Bauchspeicheldrüse produziert aber auch neben Amylase (Kohlenhydratverdauung) und Lipase (Fettverdauung) das Enzym Trypsin, das zu Eiweißverdauung benötigt wird. Sie muss also bei jeder Fütterung arbeiten.

Wir sind der Meinung, dass im Fall der Pankreatitis, wenn man wieder langsam mit der Fütterung beginnt, auch Energie vom Hund benötigt wird. Da er keine oder nur ganz wenig Fette bekommt, die normalerweise einen Großteil der Energie bereitstellen, sollte ein anderer Energieträger mit ins Futter. Dafür eigenen sich leicht verdauliche, hoch aufgeschlossene Kohlenhydrate.

Eine Fütterung könnte dann ca. 50-60% feines fettarmes Fleisch + ca. 15% Gemüsesaft (z.B. Karotte) + ca. 25% Reis (parboiled) sehr weich gekocht oder gekochte Kartoffeln  beinhalten. Wichtig ist besonders am Anfang, dass alles zu einem feinen Brei verarbeitet wird. Dazu kommen ein wenig Fischöl (je nach Hundegröße) und ein Vitamin-Mineralstoffpräparat. Die Masse verteilt man dann auf mehrere Mahlzeiten am Tag.

Viele Hunde genesen nach einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung wieder vollständig. Sollte sie chronisch verlaufen oder es wurde durch den Krankheitsverlauf viel Gewebe geschädigt, muss das Organ durch die dauerhafte Gabe von Enzymen unterstützt werden. Aber auch damit kann der Hund ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen.

 

 

 

 

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