6. Abenteuer vom Schnüffelnasenklub

Es war schon Abend, als Bruni, Socko und Lila durch das Gartentor schlüpften. Sie wollten nur schnell den Ball holen, den sie am Nachmittag im Park vergessen hatten.

„Der liegt bestimmt gleich hinter dem großen Baum”, sagte Bruni mutig und stapfte los. Aber je weiter die drei Hunde in den Park hineingingen, desto dunkler wurde es. Die Sonne war schon lange untergegangen, und über ihnen bogen sich die Äste wie krumme, knorrige Finger.

„Huhuuu”, machte plötzlich etwas ganz nah bei ihnen. Lila sprang vor Schreck fast einen Meter in die Luft. „Was war das?!”

Jetzt raschelte es auch noch im Laub!

„Da sind bestimmt Monster!”, flüsterte Socke und drückte sich ganz dicht an Bruni.

Ganz oben, auf einem der krummen Äste, saß eine Eule und drehte langsam ihren Kopf. Ihre großen, runden Augen leuchteten im letzten Licht.

„Schau… sie guckt uns an!”, jammerte Lila leise.

Die drei Hunde standen ganz still, mit hängenden Schwänzen und Ohren. Ihr Ball war ihnen plötzlich gar nicht mehr so wichtig.

Da hörten sie ein leises Kichern von oben. „Warum habt ihr denn solche Angst?”, fragte die Eule sanft. „Ich bin nur die alte Olga, ich wohne hier im Baum.”

„Aber… du hast so große Augen”, sagte Bruni vorsichtig.

„Die brauche ich, um im Dunkeln gut sehen zu können”, erklärte Olga. „Genau wie eure guten Nasen euch helfen, Dinge zu riechen, die man sonst nicht erkennen könnte.”

Da raschelte es schon wieder im Laub!

Lila zitterte. Aber Olga flog lautlos herunter und zeigte mit dem Flügel in eine Ecke. Zwischen den Blättern schaute ein kleiner Igel hervor.

„Entschuldigung”, sagte der Igel schüchtern. „Ich suche nur nach Würmern für mein Abendessen.”

Die drei Hunde schauten sich an. Ein Igel! Nur ein kleiner, freundlicher Igel.

„Und die krummen Bäume?”, fragte Socko noch ein bisschen unsicher.

„Sie sind alt und weise”, sagte Olga und lachte leise. „Am Tag sehen sie für euch ganz normal aus – nur sind eure Augen im Dunkeln nicht so gut wie meine, sonst würdet ihr keinen Unterschied feststellen. Das ist alles.”

Bruni atmete tief durch. Er merkte, dass sein Herz nicht mehr ganz so schnell klopfte. „Wisst ihr was”, sagte er zu Socko und Lila, „vielleicht ist der dunkle Park gar nicht so gruselig. Vielleicht kennen wir ihn nur noch nicht gut genug bei Nacht.”

Gemeinsam, ganz dicht nebeneinander, gingen die drei weiter – und tatsächlich, hinter dem großen alten Baum lag ihr Ball, genau da, wo Bruni ihn vermutet hatte.

„Wollt ihr nicht wiederkommen?”, rief Olga ihnen hinterher. „Der Park ist nachts genauso schön wie am Tag – man muss sich nur daran gewöhnen, dass im Dunkeln alles anders aussieht.”

Auf dem Heimweg tuschelte Lila: „Das war gar nicht so schlimm. Und die Eule war richtig nett.”

„Und der Igel auch”, sagte Socko.

Bruni wedelte mit dem Schwanz. „Nächstes Mal”, sagte er, „haben wir keine Angst mehr. Nächstes Mal sagen wir: Hallo, dunkler Park – wir kennen dich schon!”

Und so liefen die drei Hunde ganz mutig nach Hause – bereit, beim nächsten Mal schon viel weniger Angst zu haben.